Die Forschungsgruppe „Transformative Mobilitätsforschung“ untersucht die gesellschaftlichen Bedingungen, Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten einer sozial-ökologischen Mobilitätswende. Sie reagiert auf die bislang stark technikorientierte Ausrichtung der Mobilitätsforschung, indem sie soziale, kulturelle und machtbezogene Dimensionen systematisch in den Fokus rückt.

Theoretisch verbindet die Gruppe Ansätze der Sozialen Ökologie, der Diskurs- und Hegemonietheorie, der intersektionalen Ungleichheitsforschung sowie der kritischen Transformationsforschung. Methodisch kombiniert sie transdisziplinäre Reallaborforschung mit qualitativen und quantitativen sozialwissenschaftlichen Verfahren sowie raumbezogenen Analysen. Reallabore dienen dabei als zentrale Plattformen, um gemeinsam mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft konkrete Transformationsprozesse zu erforschen und aktiv zu gestalten.

Ein interdisziplinäres Team, ein etabliertes Projektportfolio sowie enge Kooperationen mit wissenschaftlichen und praxisnahen Partner*innen bilden eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung.

Ziel der Forschungsgruppe ist es, die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte zur Mobilitätswende aktiv mitzugestalten, neue Förderzugänge zu erschließen und das IZES als relevanten Akteur im Bereich transformativer Mobilitätsforschung zu positionieren.

Wie gelingt eine nachhaltige und sozial gerechte Mobilitätswende?

Dr. Andrea Amri-Henkel, Forschungsgruppenleitung am IZES, hat diese Frage am 22.04.2026, als Sachverständige im Nachhaltigkeitsbeirat des Deutschen Bundestages eingeordnet.

Quelle: „Deutscher Bundestag“

Im Mittelpunkt ihres Beitrags stand ein zentraler Befund: Technischer Fortschritt allein reicht nicht aus. Eine wirksame Mobilitätswende ist vor allem auch eine gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. Entscheidend ist ein integrierter Ansatz, der ökologische, soziale und ökonomische Ziele zusammenführt – für eine nachhaltige Mobilität und lebenswerte Städte. Dafür braucht es eine Mehrfachstrategie: „Avoid – Shift – Improve“: Verkehr vermeiden, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagern und bestehende Systeme verbessern.

Besonders hervorgehoben hat sie die soziale Dimension von Mobilität:
Der Zugang zu Mobilität ist ungleich verteilt. Kinder sind auf sichere Infrastruktur angewiesen, Menschen mit Sorgeverantwortung bewältigen komplexe Wegeketten, und Personen mit geringem Einkommen sind stärker auf einen funktionierenden öffentlichen Verkehr angewiesen. Eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik muss diese unterschiedlichen Lebensrealitäten mitdenken.

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Mitarbeitende

Dr. Andrea Amri Henkel (Forschungsgruppenleitung)

Enzo Messina

Prof. Dr. Petra Schweizer-Ries

Benjamin Zeck

Yue Zheng