CircularSaar – Prozesse, Werkstoffe und Daten für die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft im Saarland
Das Projekt
CircularSaar unterstützt die Transformation der energie- und materialintensiven Industrie im Saarland hin zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Circular Economy.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere die für den Industriestandort Saarland prägenden Bereiche Stahl, Automobil und Maschinenbau sowie die Frage, wie Materialien, Produkte und industrielle Prozesse künftig konsequenter in Kreisläufen geführt werden können. Weitere Forschungsfelder sind die Schnittstellen zwischen Entsorgungswirtschaft und Industrie, nachhaltige Kohlenstoffkreisläufe durch die Rückgewinnung und Nutzung von Kohlenstoff aus Abfallströmen sowie das zirkuläre Bauen.
Hierfür verbindet CircularSaar wissenschaftliche Forschung mit der konkreten industriellen Anwendung. Neue Material- und Recyclingkonzepte, datenbasierte Verfahren und Künstliche Intelligenz werden mit Bewertungsinstrumenten der Transformationsresilienz als systemische Grundlage für eine resiliente industrielle Transformation zur Circular Economy in Verbindung gebracht
Ziel ist es, wissenschaftliche Grundlagen und praxisnahe Lösungsansätze für resiliente zirkuläre Wertschöpfungssysteme im Saarland zu entwickeln und den Transfer in die industrielle Praxis unter enger Einbindung der Politik zu unterstützen.
CircularSaar wird von der Universität des Saarlandes (UdS) gemeinsam mit der IZES gGmbH umgesetzt. Die beteiligten Forschungseinrichtungen bündeln hierfür ihre interdisziplinären Kompetenzen und arbeiten eng mit Unternehmen in sogenannten Use-Cases und weiteren Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Industrien des saarländischen Transformationsprozesses zusammen.
Die IZES gGmbH verantwortet das Teilpaket TP8 „Transformationsresilienz“ und bringt damit ihre interdisziplinäre Expertise an der Schnittstelle von Circular Economy, Resilienz, Akteurs- und Innovationssystemen, Datenbasierte Bewertungen, Recht und gesellschaftlicher Akzeptanz zur industriellen Transformation in CircularSaar ein.
Wissenschaftliche Teilpakete
Die Forschungsarbeiten von CircularSaar sind in acht miteinander verknüpfte wissenschaftliche Teilpakete gegliedert:
- TP1 – Design for Circularity
- TP2 – Nachhaltige Metallurgie
- TP3 – Kreislauffähige Werkstoffsysteme
- TP4 – Recyclingtechnologien
- TP5 – Data-Driven Materials Design
- TP6 – Produktdaten
- TP7 – Prozessdaten
- TP8 – Transformationsresilienz
- TP9 – Nachhaltigkeitsbewertung und -prognose
Ergänzt werden die wissenschaftlichen Arbeiten durch projektübergreifende Aktivitäten zu Transfer und Dissemination.
IZES im Projekt CircularSaar: Transformationsresilienz
Während andere Teilpakete insbesondere technologische, materialwissenschaftliche und datenbezogene Lösungen für eine Circular Economy entwickeln, untersucht die IZES in TP8 die systemischen Voraussetzungen ihrer erfolgreichen Umsetzung und Verstetigung in Wirtschaft und Gesellschaft (TP8 „Transformationsresilienz“).
Transformationsresilienz schafft die systemische Grundlage für eine resiliente industrielle Transformation zur Circular Economy. TP8 analysiert deshalb Akteurs- und Netzwerkstrukturen, internationale Wettbewerbs- und Rohstoffdynamiken, rechtliche Rahmenbedingungen, datenbasierte Resilienzindikatoren sowie gesellschaftliche Akzeptanzfaktoren. Auf dieser Grundlage werden Strategien und Methoden entwickelt, um Hemmnisse frühzeitig zu erkennen, Implementierungs- und Skalierungsrisiken zu reduzieren und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Industrie, Politik und Gesellschaft zu stärken.
Ziel ist es, die technologische Transformation durch eine systemische Transformationsbegleitung zu unterstützen und die Circular Economy langfristig in den industriellen und institutionellen Strukturen des Saarlandes zu verankern.
AP 8.1 – Akteurs- und Netzwerkanalyse
AP 8.1 untersucht zentrale Akteure und Netzwerke zukünftiger zirkulärer Wertschöpfungsketten im Saarland. Analysiert werden Perspektiven, Kompetenzen, Interessen, Veränderungsbereitschaft sowie fördernde und hemmende Faktoren der Transformation. Daraus werden Beteiligungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsformate entwickelt, die Kooperationen stärken und die Circular Economy sozial und organisatorisch verankern. [IZES: Arbeitsfeld Umweltpsychologie]
AP 8.2 – Datenbasierte Bewertung der Resilienz der Circular Economy
AP 8.2 entwickelt datenbasierte Ansätze zur Bewertung der Robustheit und Anpassungsfähigkeit regionaler Stoffstromsysteme. Hierzu werden KI-indikatorbasierte Verfahren mit Netzwerk-, Fallstudien-, Materialfluss- und Input-Output-Analysen verbunden. Die Ergebnisse sollen Schwachstellen und Abhängigkeiten sichtbar machen und belastbare Entscheidungsgrundlagen für Wirtschaft und Politik schaffen. [IZES: Arbeitsfeld Stoffströme]
AP 8.3 – Internationale Wettbewerbsdynamiken und Innovationssysteme
AP 8.3 untersucht die Circular Economy aus der Perspektive Technologischer Innovationssysteme (TIS). Neben Akteuren, Regulierung, Märkten und Akzeptanz werden insbesondere internationale Wettbewerbsbedingungen, Handelsstrukturen, geopolitische Entwicklungen und Rohstoffverfügbarkeiten berücksichtigt. Ziel ist es, Innovationspfade vergleichend zu bewerten und Strategieempfehlungen für eine resiliente und international wettbewerbsfähige Circular Economy abzuleiten. [IZES: Arbeitsfeld Energiemärkte]
AP 8.4 – Rechtswissenschaftliche Begleitung der Transformation
AP 8.4 analysiert Entwicklungen im EU-, Bundes- und Landesrecht mit besonderem Fokus auf Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und rohstoffbezogene Regulierung. Rechtliche Anforderungen, Hemmnisse und Handlungsspielräume werden auf konkrete industrielle Use Cases übertragen. Daraus entstehen praxisorientierte rechtliche Bewertungen sowie Impulse für regulatorische Weiterentwicklungen und Fördermechanismen. Das Arbeitspaket bildet damit eine Brücke zwischen Recht, Industrie, Politik und wissenschaftlicher Transformation. [IZES: Arbeitsfeld Stoffströme]
AP 8.5 – Akzeptanzanalyse
AP 8.5 untersucht die gesellschaftliche und produktspezifische Akzeptanz des industriellen Strukturwandels zur Circular Economy. Mit Interviews, Befragungen und Medienanalysen werden relevante Akzeptanzfaktoren identifiziert und in einem Societal-Readiness-Level-Ansatz systematisiert. Die Ergebnisse unterstützen Unternehmen und weitere Akteure dabei, Transformationsprozesse transparent, partizipativ und gesellschaftlich anschlussfähig zu gestalten. [IZES: Arbeitsfeld Umweltpsychologie]
Kooperation mit der Industrie – Use Cases als Brücke zwischen Forschung und Praxis
CircularSaar verbindet wissenschaftliche Forschung mit konkreten Transformationsbedarfen der saarländischen Wirtschaft. In praxisnahen Use Cases arbeitet das Projekt insbesondere mit der Stahlindustrie und weiteren metallverarbeitenden Schlüsselindustrien zusammen. Weitere Forschungsfelder sind die Schnittstellen zwischen Entsorgungswirtschaft und Industrie, nachhaltige Kohlenstoffkreisläufe durch die Rückgewinnung und Nutzung von Kohlenstoff aus Abfallströmen sowie das zirkuläre Bauen.
Die Use Cases dienen als Reallabore der industriellen Transformation: Technologische Lösungen werden gemeinsam mit Unternehmen entwickelt und zugleich auf ihre systemische Umsetzbarkeit untersucht. TP8 bringt hierzu die Perspektive der Transformationsresilienz ein und analysiert insbesondere regulatorische und organisatorische Rahmenbedingungen, Akteursstrukturen, internationale Wettbewerbs- und Rohstoffdynamiken sowie gesellschaftliche Akzeptanz.
Ziel ist die Entwicklung praxisnaher und übertragbarer Lösungsansätze, die über einzelne Anwendungsfälle hinaus Impulse für resiliente zirkuläre Wertschöpfungsketten im Saarland geben und den Transfer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stärken.
Circular Economy-Kongress
Als zentrale Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik veranstalten die IZES gGmbH und die Universität des Saarlandes jährlich im September den Circular Economy-Kongress. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze der industriellen Transformation zur Circular Economy sowie deren Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit, Rohstoffsouveränität und resiliente Wertschöpfungsketten. Der Kongress bringt wissenschaftliche Erkenntnisse, industrielle Praxiserfahrungen und politische Strategien zusammen und schafft Raum für neue Kooperationen und konkrete Transferansätze.
Aktuell: Der 2. Circular Economy-Kongress findet am 16. September 2026 an der Universität des Saarlandes unter dem Titel „Kreislaufwirtschaft als Standortstrategie“ statt.
→ Programm, Informationen und Anmeldung: 2. Circular Economy-Kongress 2026
Interesse an einer Zusammenarbeit? Unternehmen können konkrete Herausforderungen der Circular Economy in das Projekt einbringen und gemeinsam mit CircularSaar mögliche Use Cases und Forschungsansätze entwickeln.
Projektleitung CircularSaar im IZES:
Katja Weiler & Prof. Dr. Michael Vielhaber
weiler@izes.de
Projekthomepage der UdS:
CircularSaar | Universität des Saarlandes
Förderung:
Transformationsprogramm Forschung und Wissenschaft Saar (Transformationsfonds des Saarlandes) /Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft
Fördervolumen Gesamtprojekt:
rd. 33 Mio. Euro

Laufzeit:
01/2025 – 12/2030
Kontakt:
Katja Weiler
Arbeitsfelder:
Stoffströme, Umweltpsychologie, Energiemärkte